Jahresthema 2018

"Jüdisches Leben heute - Begegnungen im schulischen Kontext fördern"

Die fehlenden Bezüge zum jüdischem Leben der Gegenwart ist für Schüler*innen und Lehrkräfte gleichermaßen ein großes Hindernis in der Bearbeitung von Antisemitismusin seinen aktuellen Ausprägungen. Konkrete Zugänge zu jüdischen Lebenswelten sowie Begegnungen und Austausch mit möglichst gleichaltrige Jüdinnen und Juden, würden vor allem jungen Menschen helfen, Perspektiven auf aktuelle antisemitische Tendenzen zu gewinnen, diese besser erkennen, nachvollziehen und einordnen zu können. Ein Fokus auf gemeinsame, aktuelle Lebenserfahrungen würde zudem dazu beitragen, das historisch fixierte Bild von Juden in einer Opferrolle aufzubrechen und wäre so eine wichtige Ergänzung zur Vermittlung des Holocausts im Unterricht.

Eine Chance zu solch gegenwartsbezogenen Begegnungen mit jüdischem Leben liegt unter anderem in Schulpaten- bzw. -partnerschaften, mit Schulen in Israel, aber auch mit jüdischen Schulen in der Region. Entsprechend möchte die Konzeptwerkstatt des Vereins Miteinander leben e.V. mit Schulen vor Ort in diesem Jahr die Möglichkeiten solcher Schulpaten- und -partnerschaften erörtern und gerne auch anbahnen. Dazu sollen zum einen jüdische Partnerschulen in Israel, aber auch in Deutschland gewonnen und mit Schulen vor Ort in Kontakt gebracht werden, unterstützt und beraten durch Schulen, die bereits Erfahrungen mit solchen Verbindungen haben.

Dazu sollen Möglichkeiten zu Fensterveranstaltungen in Schulen vorgestellt und ausprobiert werden, die ebenfalls Begegnungen mit "Jüdisches Leben heute" ermöglichen. Dies können niederschwellige Angebote wie Schulkonzerte mit jüdischen Musiker*innen, Theaterspiele oder Exkursionen zu Stätten jüdischen Lebens sein.




Jahresthema 2017

"Antisemitismus in Kontext von Migration"

"Antisemitismus in all seinen aktuellen Erscheinungsformen bearbeiten"

Projekt "ZUGÄNGE SCHAFFEN" des Vereins Miteinander leben e.V. transferriert bundesweites Fachwissen für Schulen und Jugendeinrichtungen in Schleswig-Holstein

Mit einem Fachgespräch hat der Verein Miteinander leben e.V. das zweite Jahr der Konzeptwerkstatt "Antisemitismus" im Rahmen des Bundes­modell­projektes "ZUGÄNGE SCHAFFEN" gestartet, die zusammen mit Partner­schulen in der Region neue Unterrichtskonzepte zum Themenfeld "Historischer und aktueller Antisemitismus" vermittelt und in der Unterrichtspraxis ausprobiert. Während im vergangenen Jahr geeignete Lehrwerke der "Holocaust-Education" für die 4. Klassenstufe im Grundschul­bereich im Fokus der Werkstattarbeit standen, liegt das Interesse in diesem Jahr auf dem Phänomen des aktuellen Antisemitismus, insbesondere im Kontext von Migration. Entsprechend trafen sich zu Jahresbeginn Expert*innen verschiedener, überregionaler Bildungseinrichtungen in Mölln, um über ihre Projekterfahrungen in der Bearbeitung von antisemitischen Einstellungen bei jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu referieren. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie facettenreich Antisemitismus in der Gesellschaft auftritt. In seiner primären Form, die sich deutlicher bei Zuwanderern aus dem Nahen Osten wahrnehmen lässt, richten sich die abwertenden und ausgrenzenden Einstellungen direkt gegen jüdisches Leben, oft verbunden mit dem Kontext des Nahost-Konfliktes, der eigenen Opferrolle in diesem Konflikt und einer Kritik am Staat Israel, die auch in Medien aus den jeweiligen Heimatländern stetig kolportiert wird. Sie unterscheidet sich in dieser Verbindung allerdings deutlich von den Formen des primären Antisemitismus, wie sie zu Zeit des Dritten Reiches in Deutschland und ganz Europa verbreitet war und im Rechtsextremismus oder auch in der "Reichsbürger-Szene" heute noch verbreitet ist. Und sie unterscheidet sich ebenso von dem in Deutschland selbst noch weit verbreiteten sekundären Antisemitismus, der sich weniger gegen jüdisches Leben vor Ort richtet, als vielmehr das Gedenken an den Holocaust und die Verbrechen der Nationalsozialisten beenden sowie die geschichtliche Verantwortung relativieren will.

Projekt Zugänge Schaffen“

Expert*innen beraten die Konzeptwerkstatt "Antisemitismus" des Vereins Miteinander leben e.V. zum Jahresthema "Antisemitismus im Kontext von Migration"
(vl.) Jan Riebe, Amadeo-Antonio-Stiftung, Dr. Yaşar Aydin, Türkische Gemeinde Hamburg und Ungebung e.V., Mirjam Gläser, Ufuq e.V., Gabriele Hannemann, Projektleiterin der Konzeptwerkstatt, Katrin Thomas, Schulrätin des Kreises Herzogtum Lauenburg

In der Expertendiskussion stellten Vertreter*innen der Amadeo-Antonio-Stiftung Berlin, von Ufuq e.V. Berlin sowie der Türkischen Gemeinde Hamburg und Umgebung e.V. ihre Projektarbeit vor, die sich vielfach im schulischen Rahmen aber auch in der offenen Jugendarbeit abspielt, und konnten so der Konzeptwerkstatt wichtige Bausteine für geeignete Lehrkonzepte vermitteln. Projektleiterin Gabriele Hannemann, die seit vielen Jahren in den Schulen der Region zum Thema "Antisemitismus" und "Holocaust-Education" arbeitet und Lehrkräfte in Schleswig-Holstein hierbei berät, sowie Schulrätin Katrin Thomas konnten dabei viele Einblicke gewinnen, gerade auch wie die Bearbeitung von antisemitischen Einstellungen im Kontext des Nahost-Konfliktes bei jungen Menschen im Unterricht gelingen kann. Ganz wichtig, so eine Erkenntnis, ist dabei auch, das Themenfeld "antimuslimischer Rassismus" im Blick zu behalten. Antisemitische Äußerungen und Einstellungen sind gerade bei jungen muslimischen Menschen häufig eine Projektion eigener Ausgrenzungserfahrungen, die es ebenfalls wahrzunehmen und anzuerkennen gilt, damit ihnen wirksam im Unterricht begegnet werden kann.




Im Werkstattbetrieb des Projektes „ZUGÄNGE SCHAFFEN“ wurden im Jahr 2017 unterschiedliche Unterrichtseinheiten über das ganze Jahr an Grundschulen, Gemeinschaftsschulen, Berufsschulen und Gymnasien angeboten. Die Angebote richteten sich an unterschiedliche Alters- und Schulgruppen. Die curricularen Anforderungen wurden dabei berücksichtigt.

Primär wurde zur Themenstellung „Frühe Prävention“ an Grundschulen (Klassenstufe 4) gearbeitet, mit den inhaltlichen Schwerpunkten auf einer „Erstbegegnung mit dem Judentum“ und einer „Erstbegegnung mit der Shoa“ unter Verwendung altersgerechter Lehrmaterialen. Die Zielsetzung war dabei, neben der kognitiven Ebene der Wissensvermittlung auch die emotionale Ebene anzusprechen.

An den weiterführenden Schulen wurden unter anderem mit jüdischen Zeitzeugen der Shoa gearbeitet. Neu war das Angebot von zwei Projekttagen zum Antisemitismus an einer Stadtteilschule in Hamburg, an denen erste Lehrmodule zur Themenstellung „Antisemitismus im Kontext von Migration“ erprobt werden konnten.

Ergänzt wurde das Angebot des Projektes „ZUGÄNGE SCHAFFEN um zwei Lehrerfortbildungen in Mölln und Lübeck mit der Kreuzberger Initiative KIgA aus Berlin, eine von mir angebotene Fortbildung für Grundschullehrer sowie eine angebotene Lehrerfortbildung von Projektleiterin Gabriele Hannemann und dem IQSH in Israel (Yad Vashem, Jerusalem).

Im Entwicklungsbereich der Werkstatt wurde das Thema „Antisemitismus im Kontext von Migration“ schwerpunktmäßig erarbeitet, mit dem Ziel, eine eigenständige Unterrichtseinheit zu entwickeln, die weiterführenden Schulen zusätzlich angeboten werden kann. Dies geschah in Kooperation mit den bundesweiten Netzwerkpartnern des Projektes, die selbst über verschiedene Unterrichtserfahrungen zu diesem Themenkomplex verfügen und bereitwillig Auskunft gaben zu Didaktik und Methodik.


„Frühe Prävention“
Grundschulen und Klasse 5 und 6 an der Gemeinschaftsschule

Die Grundschule Mühlenredder in Reinbek, die Fürstin-Ann-Mari-von Bismarck-Schule in Aumühle, die Grundschule Nordost in Schwarzenbek und die Till-Eulenspiegel-Schule in Mölln haben für die zweite Hälfte der vierten Klasse die Projekttage zur Prävention von Antisemitismus mit folgenden Themen: „ Erstbegegnung mit dem Judentum, Erstbegegnung mit der Shoa und Alltagsrassismus“ fest verankert. In allen vierten Klassen werden dann zwei, manchmal drei Projekttage von mir angeboten. Die Voraussetzung für die Ausführung der Projekttage ist ein Elternabend. In den Dialogen mit den Eltern zeigt sich oft eine Befangenheit und Angst, mit den eigenen Kindern angemessen darüber zu sprechen. Auch die Grundschule Lauerholz in Lübeck nahm zum ersten Mal das Angebot zum Thema: „Judentum“ in Anspruch. Erweitert wurde dieses Angebot für Klasse 5 und Klasse 6 an der Geschwister-Prenski-Schule in Lübeck. In Erfurt habe ich am Ratsgymnasium auch einen Projekttag durchgeführt im Rahmen einer Projektwoche.

Frühe Prävention

Grundschüler*innen der Till-Eulenspiegel-Schule Mölln arbeiten in der Ausstellung "Lesen & Schreiben mit Anne Frank"

Die Resonanz und Nachhaltigkeit waren sehr gut. Es zeigt sich in erschreckender Weise immer wieder, dass die deutschen Schüler in diesem Alter kaum Einblick in ihre eigene Religion haben und über das Judentum kaum Informationen besitzen. Die muslimischen Schüler haben je nach Prägung unterschiedliches Wissen über ihre Religion. Bei der Erstbegegnung mit der Shoa zeigt sich immer wieder, dass die Schüler schon sehr viel segmentiertes Wissen und hitlerzentriertes Wissen zu diesem Thema haben, vermittelt durch die Medien oder aber auch Geschwister. „Auf dieser Ebene findet die Konfrontation mit dem Holocaust in der Regel abseits jedes gesteuerten und pädagogisch betreuten Lernprozesses statt“ (Noa Mkykaton, Yad Vashem). Die Schule bekommt so die Aufgabe, diese Informationen und Vorstellungen zu sortieren und pädagogisch zu begleiten. Die Faszination an dem NS-Regime wird aufgedeckt. Angeleitete Reflexionshilfen im Bereich Vorurteilsbildung und Umgang mit Andersartigkeit oder Fremdenfeindlichkeiten helfen SchülerInnen in dem Alter, eine Meinungs-und Wertebildung zu entwickeln. Unterschiede zwischen Diskriminierungsmechanismen in der NS-Zeit und heute müssen unbedingt thematisiert werden.


Jüdische Zeitzeugen an weiterführenden Schulen

„40 Prozent der Schüler und Schülerinnen, die älter als 14 Jahre alt sind, wissen nichts mit dem Begriff „Auschwitz“ zu verbinden“, so die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage, die für die Körber-Stiftung erstellt wurde. Nach wie vor ist der Einsatz von Zeitzeugen auch im Hinblick auf den wachsenden Antisemitismus von erheblicher Bedeutung. Aufgrund des hohen Alters sind immer weniger jüdische Überlebende in der Lage, zu reisen und sich den Strapazen auszusetzen. So schwer ihre Berichte zu ertragen sind, so geben sie doch einen unmittelbaren Eindruck. „Haben Sie die Tätowierung noch? Können wir sie mal sehen?“

Frühe Prävention

Juliane Zarchi und Eva Szepesi (v.l.)

Im Jahr 2017 wurden vier jüdische Zeitzeugen in Schulen eingesetzt. Tswi Herschel aus Israel (Yad Vashem hat Unterrichtsmaterial dazu erstellt) berichtete im Januar über die Shoa in Holland sowie seinen Lebenskalender an der Gemeinschaftsschule Mölln, der Polizeischule Eutin, der Gemeinschaftsschule in Sandesneben, dem Leibniz-Gymnasium Bad Schwartau und der Hanse-Schule in Lübeck. In der Woche über den 9. November sprachen die Auschwitzüberlebende Eva Szepesi aus Frankfurt und die Ghettoüberlebende Juljane Zarchi aus Litauen an der Gemeinschaftsschule Wentorf, der Friedegard-Belusa-Schule, Büchen und der Stadtteilschule Bergedorf, Hamburg. Inna Voskobojnik, eine ukrainische Überlebende, berichtete am Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium, Lübeck. Zu allen Zeitzeugen muss es Vorbereitungsstunden geben. Die Auswirkungen der Shoa in dem jeweiligen Land des Zeitzeugen sowie auf das Leben der Juden werden erarbeitet.

Ich erstelle dazu Arbeitsmaterialien. Kurze Zeitzeugenbiografien findet man im Anhang. Die Begegnungen hinterlassen bei den Schülern eine bleibende Erinnerung und Nachhaltigkeit, was kein Geschichtsunterricht vermitteln kann. Die Zeitzeugen benötigen eine aufwendige Betreuung außerhalb ihrer Einsätze in den Schulen, da sie aufgrund des hohen Alters auf komplette Unterstützung angewiesen sind. Seit 2002 habe ich mit 70 jüdischen Zeitzeugen an Schulen in Schleswig-Holstein gearbeitet.


Projekttage: „ Antisemitismus“ an der Stadtteilschule Bergedorf, Hamburg

Auch an der Stadtteilschule Bergedorf werden seit Jahren jüdische Zeitzeugen einmal im Jahr im November dort eingesetzt. Auch Eva Szepesi und Juliane Zarchi hatten im November 2017 dort einen Einsatz. Als Folgeveranstaltungen wurden dazu zwei Projekttage zum Antisemitismus von mir angeboten. Zu dem Zeitpunkt waren die antisemitischen Ausschreitungen in Berlin noch nicht so hoch wie jetzt. Grundlage der Projekttage bildete der Fall des 15- jährigen jüdischen Oskar Michalski aus der Friedenauer Gemeinschaftsschule in Berlin, der von Mitschülern 2017 gemobbt und misshandelt wurde, weil er Jude war. Er wurde monatelang antisemitisch beleidigt und sogar verprügelt, bis er irgendwann die Schule wechselte. Einmal hatten ihn zwei Mitschüler an einer Bushaltestelle in einen Schwitzkasten genommen und aus einer Softair-Pistole Plastikteile auf ihn geschossen. An dieser Schule haben 75 % der Schüler einen Migrationshintergrund und kommen aus arabischen und türkischen Familien. Gemobbt wurde aber nicht nur Oskar, sondern alle, die nicht zur Mehrheit gehörten: Schwarzafrikanische Kinder, schwule und lesbische Jugendliche, alle bekamen verbale Beschimpfungen. Oskar bekam Schläge obendrauf. Auch die Lehrer und der Schulleiter positionierten sich nicht. Ich zeigte einen Film über ihn und Texte über Oskar. Dieser Junge musste aus der staatlichen Schule in Berlin herausgenommen werden, weil die Sicherheit für ihn nicht mehr gewährleistet war. An diesem Projekttag wurden die unterschiedlichen Positionen von Schülern zum Fall Oskar eingenommen, multiperspektivisch betrachtet. Deutlich wurde da auch, dass nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer und Schulleiter Antisemitismus an der Schule nicht akzeptieren dürfen. Mobbing und Übergriffe als das Problem der Schulgemeinschaft und die damit verbundene Haltung einer Person. Zusätzlich wurden in den Gruppen auch noch antisemitische Äußerungen aus der Mitte der Gesellschaft sowie Verschwörungstheorien beleuchtet. Die Schüler arbeiteten engagiert und interessiert mit.


Lehrerfortbildungen

Es wurden drei unterschiedliche Typen von Lehrerfortbildungen angeboten.
In Israel: „Die Shoa im 21. Jahrhundert unterrichten - Erziehung nach Auschwitz“: Unter diesem Schwerpunkt stand eine Studienfahrt mit 22 Lehrerinnen und Lehrern aus Schleswig-Holstein vom 1. bis 11.April 2017. Seit Mai 2016 besteht eine Kooperation zwischen der Gedenkstätte Yad Vashem und dem Land Schleswig-Holstein. Das vorrangige Ziel ist hierbei, die vertiefte fachliche Diskussion der Shoa in der Ausbildung und Fortbildung zu fördern. An den ersten fünf Tagen fanden verschiedene Seminare in Yad Vashem statt. Es wurden zwei Vorbereitungstreffen und ein Nachbereitungstreffen angeboten. Die Kooperation war mit dem IQSH, Kiel. Ich hatte alles in Israel in Kooperation mit Yad Vashem und anderen Trägern vorbereitet. In den Jahren 2013 und 2015 habe ich die Fortbildung ohne Kooperationsvertrag mit dem Land Schleswig-Holstein angeboten.
In Müssen: „Erstbegegnung mit dem Judentum und der Shoa an der Grundschule“ war eine weitere Fortbildung, die ich für das ganze Kollegium am 10.5.2017 angeboten habe.
In Mölln und Lübeck: In Mölln an der Gemeinschaftsschule und Lübeck an der Hanse Schule bot die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KiGA) ein zwei- bzw. eintägiges Seminar zum Thema: „Nahostkonflikt“ an. Die Initiative hat derzeit 30 fest angestellte Mitarbeiter an insgesamt vier Standorten in Berlin. Das pädagogische Konzept der Initiative ist, wie das Peer-to-Peer-Projekt, dass junge Muslime an Schulen ihre Altersgenossen über antisemitische Stereotypen aufklären, für Toleranz werben, oder ein spezielles Fortbildungsprogramm für Lehrer bundesweit anbieten. Judenhass wird hier als eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung angesehen. Es wurden Methoden und Aktivitäten zur Bekämpfung von Antisemitismus im Alltag vorgestellt. Die Initiative erarbeitete modellhaft Arbeitsmaterialien, die sehr gut ab Klasse 10 einsetzbar sind. Wir Lehrkräfte probierten die Materialien zum Antisemitismus und Nahostkonflikt aus. Es ging hierbei um das Erkennen von antisemitischen Denk- und Deutungsmustern mit Praxisbeispielen für Schüler sowie das Betrachten von antisemitischen Verschwörungstheorien.

Frühe Prävention

Jan Brezger von KIgA e.V. (Bildmitte) vermittelt Handlungsoptionen für die pädagogische Auseinandersetzung mit Antisemitismus im schulischen Alltag

Frühe Prävention

Innovative Methoden und Konzepte im Sinne einer antisemitismuskritischen politischen Bildung zum Nahostkonflikt können ausprobiert werden

Im arabischen und türkischen Kontext ist Antisemitismus oft unreflektierter Teil des eigenen Weltbildes, wird über Generationen weitergegeben, und Schüler erleben es täglich durch das türkische und arabische Fernsehen sowie durch das Internet. Es wird dabei klar gemacht, dass Antisemitismus keine legitime Meinung ist, sondern Menschenhass, der nicht toleriert wird. In dem Seminar wurden Begriffsgrundlagen und praxisorientierte Handlungsanregungen für den Unterricht gegeben. Der Nahostkonflikt wurde mit Hilfe von historischen und aktuellen Ereignissen auf einer Zeitleiste erarbeitet, sowohl von jüdischer als auch von arabischer/palästinensischer Seite. Die historische Aufarbeitung und die Bearbeitung des Nahostkonfliktes wurden aus der Multiperspektive betrachtet mit dem Ziel einer Perspektiverweiterung. Es ist eine Methodik, die über eine kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen (Shoa/Nakba) anhand von Rollenkarten einen mehrperspektivischen Zugang zum Konflikt in Israel und Palästina ermöglicht. Es geht um ein aktives Auseinandersetzen mit unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Deutungen des Konfliktes und damit um die Förderung des Deutungs- und Urteilsprozesses des Nahostkonfliktes. Deutlich wurde auch, dass die Probleme in Bezug auf muslimischen Antisemitismus in Berlin, speziell in Neukölln, Prenzlauer Berg und Kreuzberg ein erhebliches Problem sind. HiDa
Die Seminare waren leider nur mäßig besucht, ein angebotenes Seminar zum Thema „Antimuslimischer Rassismus“ mit ufuq.de aus Berlin, welches Lehrkräften für die vielfach diskriminierenden Lebenswelten muslimischer Jugendlicher sensibilisieren, um antisemitische Äußerungen auch in diesem Kontext einordnen zu können, musste sogar aufgrund mangelnder Anmeldungen ausfallen.


Entwicklung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Antisemitismus im Kontext von Migration“ im Zuge der bestehenden Netzwerkbeziehungen

Zusammen mit Experten aus Berlin und Hamburg wurde im Verlaufe des Jahres im Rahmen von Fortbildungen, Beratungsgesprächen, aber auch auf diversen Netzwerktreffen im Rahmen von Tagungen und Symposien im Bundesgebiet seitens der Projektleitung an einer Unterrichtseinheit zum Themenkomplex „Antisemitismus im Kontext von Migration“ gearbeitet. Dazu wurden unterschiedliche Lehrmodule, etwa zum Thema „Nahost“, zum Thema „Ausgrenzung“, zu „Verschwörungstheorien“ oder auch anhand aktueller Beispiele von antisemitischen Vorfällen, vorentwickelt. Dieser Prozess erwies sich als sehr zeitintensiv, da im Gegensatz zum Komplex „Holocaust-Education“ nur wenig Unterrichtserfahrungen, Konzepte und Materialien zur Bearbeitung heutiger Formen des Antisemitismus vorliegen, dies zumeist in Projekten in den Metropolregionen Hamburg und Berlin.

Entwicklung einer Unterrichtseinheit

Expert*innen beraten die Konzeptwerkstatt "Antisemitismus" des Vereins Miteinander leben e.V. zum Jahresthema "Antisemitismus im Kontext von Migration"
(vl.) Jan Riebe, Amadeo-Antonio-Stiftung, Dr. Yaşar Aydin, Türkische Gemeinde Hamburg und Ungebung e.V., Mirjam Gläser, Ufuq e.V., Gabriele Hannemann, Projektleiterin der Konzeptwerkstatt, Katrin Thomas, Schulrätin des Kreises Herzogtum Lauenburg

Erschwerend erwies sich bei dieser Werkstattarbeit, dass sich nur wenige Lehrkräfte in den Schulen des Einsatzgebietes bereitfanden, an dieser Thematik im Rahmen einer Unterrichtseinheit zu arbeiten. Während die Angebote aus dem Bereich der Holocaust-Education seitens der Partnerschulen sonst regelmäßig nachgefragt werden, wurden die Angebote zum Thema „Antisemitismus im Kontext von Migration“ überwiegend abgelehnt, zum Teil mit dem Hinweis, dass dieses in den Schulen derzeit als Thema so nicht relevant oder von Interesse sei.
So wird im Werkstattbetrieb darüber aktuell darüber nachgedacht, keine eigenständige Unterrichtseinheit „Antisemitismus im Kontext von Migration“ zu entwickeln, sondern eher einzelne Lehrmodule zu „Nahost“, zu „Ausgrenzung“ oder zu „Verschwörungstheorien“, die im Rahmen der Unterrichtseinheit „Leben mit dem gelben Stern“ und „Frühe Prävention“ aus dem Programm „Holocaust-Education“ eingebaut werden, um so einen Brückenschlag von der geschichtlichen Perspektive in die antisemitischen Problemlagen der Gegenwart zu schlagen.
Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass die Projektleitung im Rahmen dieser Entwicklungsarbeit in einem zunehmend wachsenden, bundesweiten Kontext von Kooperationspartnern, Institutionen und Expertengremien agiert und so einen Wissenstransfer nach Schleswig-Holstein kanalisiert sowie eigene Erfahrungen aus Schleswig-Holstein dorthin zurückspiegelt. Diese Netzwerkbildung ist für die Zukunft des Werkstattprojektes, aber auch für gemeinsame Arbeit gegen Antisemitismus in Schleswig-Holstein von enormem Wert.


Schlusswort

Die Schulen, in denen sich gesellschaftliche Realitäten widerspiegeln, haben die Aufgabe, diese thematisch und pädagogisch aufzuarbeiten. Hier, in unserem regionalen Umfeld, sind die antisemitischen Ausschreitungen im Kontext von Migration mit den Vorfällen in Berlin keinesfalls zu vergleichen. Ich selbst habe es nur einmal erlebt, in denen ein palästinensischer Schüler sich nicht mit der Shoa und auch später nicht mit Israel auseinandersetzen wollte. Er machte aggressiv auf sein unterdrücktes Volk aufmerksam und wies auf die Vertreibung seines Volkes aus Palästina hin, somit war das Thema des Nahostkonfliktes präsent. Die Leugnung der Shoa kann in Deutschland nicht zugelassen werden. Es müssen Unterrichtskonzepte zum Abbau von Antisemitismus im Unterricht behandelt werden, Lehrkräfte dazu gestärkt und fortgebildet werden. Nach wie vor ist die frühe Prävention in Klasse 4 von erheblicher Bedeutung, weil durch die angebotenen Module schon eine Diskriminierungsprävention angebahnt wird. Netzwerkarbeit ist dabei von erheblicher Bedeutung, ebenso das fortlaufende Angebot von erfahrungs- und methodikvermittelnden, aber vor allem auch sensibilisierenden Lehrerfortbildungen.
Lübeck, den 28.4.2018

Den gesamten Bericht für 2017 inklusive der Teilnehmerstatistik können Sie hier als PDF herunterladen.




Jahresthema 2016

FRÜHE PRÄVENTION – ERSTBEGEGNUNG MIT DEM JUDENTUM UND DER SHOA IN DER GRUNDSCHULE (KLASSENSTUFE 4)

Konzeptwerkstatt „Zugänge schaffen“ stellt ersten Ergebnisbericht vor

In Zusammenarbeit mit Experten*innen von Yad Ruth e.V., vom Anne Frank Zentrum Berlin, von der German Speaking Countries Section der Inter­nationale Schule für Holocaust Studien (ISHS) der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem und vom Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt wurden 2016 in der Konzeptwerkstatt „ZUGÄNGE SCHAFFEN“ zeitgemäße Unterrichtskonzepte für die Erstbegegnung mit dem Judentum und der Shoa in der Grundschule (Klassenstufe 4) zusammengetragen und anschließend in einem ganzjährigen Unterrichtsbetrieb vermittelt, ausgetestet und auf ihre Wirksamkeit evaluiert.
Dabei handelte es sich zum einen um Buchmedien, in Form von kindgerecht erzählten Geschichten, die in der Zeit des „Holocaust“ angesiedelt sind, eine Ausstellung zu Anne Frank, die sich ihrem Leben über die Thematik „Ich schreibe ein Tagebuch“ nähert sowie ein virtuelles Online-Medium zum Versteck von Anne Franks Familie.

Auftaktkonferenz mit Experten*innen zum Thema „Erstbegegnung mit dem Judentum und der Shoa in der Grundschule“

Auftaktkonferenz mit Experten*innen zum Thema „Erstbegegnung mit
dem Judentum und der Shoa in der Grundschule“

Fünf Partnerschulen im Kreis Herzogtum Lauenburg und im Kreis Stormarn beteiligten sich an diesem Prozess und arbeiten unter Anleitung von Projektleiterin Gabriele Hannemann mit den verschiedenen Lehrkonzepten und Lehrmedien. Dabei wurden 309 SchülerInnen mittels einfach gestalteter Fragebögen zu ihren jeweiligen Unterrichtserfahrungen Erfahrungen befragt, vor allem im Hinblick, ob eine Wissensvermittlung erfolgte, die Lehrmedien als spannend empfunden wurden, die beschriebenen Personen und Figuren emphatische Zugänge zum Geschehen sowie eigene Identifikationen dazu ermöglichten und weiteres Interesse an den Themen „Shoa“ und „Judentum“ geweckt werden konnte.

Grundschüler*innen der Till-Eulenspiegel-Schule Mölln arbeiten in der Ausstellung Lesen & Schreiben mit Anne Frank

Grundschüler*innen der Till-Eulenspiegel-Schule Mölln arbeiten in
der Ausstellung "Lesen & Schreiben mit Anne Frank"

Zudem nahmen 284 SchülerInnen an einer weiteren Evaluation zu ihrem Vorwissen zum Thema „Judentum“ und „Shoa“ teil. All diese Ergebnisse sowie eine Beschreibung der Lehrmaterialien sind von Projektleiterin Gabriele Hannemann jetzt in einem Bericht zusammengefasst worden, als praxisbezogener Erfahrungsschatz, der vor allem Lehrkräften Anregungen geben soll, den eigenen Unterricht zum Thema „Shoa“ zu wagen und auszugestalten.

Bericht Frühe Prävention

Der Bericht wird dem schleswig-holsteinischen Bildungsministerium sowie dem Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) als Lehrplanempfehlung überreicht und in größerer Auflage als gedruckte Broschüre zur Verfügung gestellt. Er kann zudem direkt beim Projektträger der Konzeptwerkstatt „ZUGÄNGE SCHAFFEN“ kostenlos bezogen werden, steht aber auch als PDF-Download hier zur Verfügung (0,8 MB).


"Frühe Prävention – Erstbegegnung mit dem Judentum und der Shoa in der Grundschule (Klassenstufe 4)"

In Zusammenarbeit mit Experten*innen von Yad Ruth e.V., vom Anne Frank Zentrum Berlin, von der German Speaking Countries Section der Inter­nationale Schule für Holocaust Studien (ISHS) der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem oder vom Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt wurden 2016 in der Konzeptwerkstatt zeitgemäße Unterrichtskonzepte für die Erstbegegnung mit dem Judentum und der Shoa in der Grundschule (Klassenstufe 4) zusammengestragen, vermittelt, ausgetestet, auf ihre Wirksamkeit evaluiert und abschließend dem zuständigen Bildungsministerium und dem Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) als Empfehlung vorgestellt.

Die Lernkonzepte wurden im Unterricht erprobt werden.

Ablauf:

Module: Einführung ins Judentum & Erstbegegnung mit der NS-Zeit

Erprobung des Materials:

  • Nicht in die Schultüte gelegt. Lernwerkstatt für die Grundschule. Schicksale jüdischer Kinder von 1933-1942 in Berlin. Herausgeber Anne-Frank-Haus, Berlin
  • Online-Haus, das Versteck der Anne Frank. Herausgeber Anne-Frank-Haus, Berlin
  • Ich wär so gern ein Schmetterling“ - authentisches Kinderbuch
    Erzählt von Naomie Morgenstern, Herausgeber: Yad Vashem
  • Marisha, Das Mädchen aus dem Fass“ - authentisches Kinderbuch. Autorin: Gabriele Hannemann

Die Arbeitsmaterialien sind speziell für Grundschulkinder gedacht. Ziel ist es die Kinder zu ermutigen, nachzufragen, nachzudenken und Position zu beziehen. Pädagogische Prozesse zu begleiten und Hilfestellungen zu geben.

Zeitlicher Umfang:

Modul „Einführung ins Judentum“: insgesamt 8 Schulstunden (2 Projekttage)

Modul „Erstbegegnung mit der NS-Zeit“ (Einsatz o.g. Materialien): insgesamt 8 Schulstunden (2 Projekttage)

Durchführung: Gabriele Hannemann, Projektleiterin der „Konzeptwerkstatt Antisemitismus“

Lehrmaterialen im Werkstattbetrieb

Im Werkstattbetrieb des Projektes "ZUGÄNGE SCHAFFEN" werden aktuell Lehrmittel eingesetzt, die von den Kooperationpartnern für den Einsatz zum Jahresthema "Frühe Prävention - Erstbegegnung mit dem Judentum und der Shoa in der Grundschule (Klasse 4) empfohlen worden. Es handelt sich um vier Lehrmaterilalien, die in jeweils unterschiedlicher Weise eine kindgerechte Vermittlung des Themas in dieser Altersstufe anstreben:

1.  Gern wäre ich geflogen – wie ein Schmetterling

(Empfehlung: German Speaking Countries Section der Internationale Schule für Holocaust Studien (ISHS) der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem)

Idee und Redaktion: Shulamit Imber, Dr. Noa Mkayton
Zielgruppe: Schüler/innen des 3. und 4. Schuljahres



Zum Konzept der Unterrichtseinheit:

  1. Das Buch handelt von der persönlichen Geschichte von Hannah Gofrith und ihrer Familie. Über das Medium der Familiengeschichte lernt der Leser auf altersgemäße Art und Weise die zentralen Eckpunkte der Geschichte des Holocaust kennen.
  2. Das Buch führt dem Leser die elementaren Konzepte und Grundbegriffe des Holocaust vor Augen, zum Beispiel: Kennzeichnung der Juden mit dem gelben Stern, Ghetto, Vertreibung, Aufstand, Versteck, Gerechte unter den Völkern, Tod und Überleben. Diese Konzepte und Begriffe werden im späteren Geschichtsunterricht in vertiefter Weise behandelt.
    Ziel in dieser Altersgruppe ist es nicht, die Geschichte des Holocaust zu vermitteln, sondern die Schüler mit den elementaren Konzepten, die in der Geschichte Hannah Gofriths enthalten sind, vertraut zu machen.
  3. Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt, die die fortlaufende Geschichte von Hannahs Leben erzählen. Jedes Kapitel ist einem eigenen Thema gewidmet. Es ist nicht notwendig, sämtliche Kapitel zu unterrichten, und das Auslassen einzelner Kapitel beeinträchtigt nicht notwendig den kontinuierlichen Erzählfluss. Die Kapitel, die mit der jeweiligen Klasse besprochen werden sollen, sind sorgfältig auszuwählen.
  4. Während der gesamten Geschichte begleitet die erwachsene Figur der Hannah den jungen Leser. Auf diese Weise bleiben die Schüler nicht sich selbstüberlassen, wenn sie die furchtbare Geschichte kennenlernen.
  5. Das Buch erzählt Hannahs Geschichte vor, während und nach dem Holocaust. Damit werden wir der Überzeugung gerecht, dass wir, um das Ausmaß des Verlustes erfassen zu können, vertraut sein müssen mit jüdischem Leben vor dem Holocaust.

http://www.yadvashem.org/yv/de/education/lesson_plans/butterfly.asp

https://www.yadvashem.org/yv/de/education/lesson_plans/butterfly_laferton.pdf

2. Marisha,  das Mädchen aus dem Fass

(Empfehlung: Yad Ruth e.V.)

Marisha, das Mädchen aus dem Fass

Von Gabriele Hannemann (Projektleiterin)
Illustrationen von Inbal Leitner

Es war kein Versteckspiel, aber ein verdammt gutes Versteck. Wo andere Kinder beim Spielen abenteuerlustig für ein paar Minuten hineinkriechen, muss Marisha eineinhalb Jahre ausharren. In einem dunklen Fass! Marisha ist Jüdin und darf nicht gefunden werden.

Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte der kleinen Marisha, die ohne Vater und Mutter ganz tapfer sein muss.

Wie schafft man das? Und wer hat ihr dabei geholfen? In kindgerechter Sprache erzählt Gabriele Hannemann von der Flucht aus dem Ghetto, vom Hunger, von der Angst, vom Tod und vom Überleben Marishas bis hin zu ihrer Überfahrt auf der Exodus nach »Eretz Israel«, dem Land Israel.

Mit dieser authentischen Geschichte ermöglicht Gabriele Hannemann Kindern eine kindgerechte, emotional ansprechende und sensible Erstbegegnung mit der Shoah.

Besonders geeignet für den Unterricht.

Gabriele Hannemann, ist Lehrerin für Englisch, Deutsch und Religion. Seit 2004 unterrichtet sie im Rahmen des Bildungsprojektes. Open Mind – Leben mit dem Gelben Stern (ein Unterrichtsangebot für Klasse 4 bis 13 in Schleswig-Holstein). Sie ist Mitgründerin und 1. Vorsitzende von Yad Ruth e. V. in Hamburg zur Unterstützung von bedürftigen jüdischen Holocaustüberlebenden in Israel und Osteuropa, speziell im Baltikum und in Moldawien. 2013 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Inbal Leitner absolvierte die Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem und arbeitet als Illustratorin und Animationskünstlerin. Mit ihrem Filmen hat sie an internationalen Filmfestivals wie Annecy (Frankreich), Safo (Kanada) und Anima Mundi (Brasilien) teilgenommen. Sie illustriert Kinderbücher bekannter Autoren, darunter Uri Orlev oder Janusz Korczak. Inbal Leitner lebt mit ihrer Familie in Pardes Channa, Israel.

www.waldworte.eu

3. Das Hinterhaus Online - Erkunde Anne Franks Versteck

(Empfehlung: Anne Frank Zentrum Berlin)

Das Hinterhaus Online - Erkunde Anne Franks Versteck

Das Hinterhaus online nimmt mit in die Zeit von damals, wo Anne Frank ihr Tagebuch schrieb und weitere Geschichten über die Bewohner erzählt werden.

Die Menschen im Versteck schwanken ständig zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Erleichterung und Angst. Musik des Komponisten Mark Isham drückt diese widerstreitenden Gefühle eindringlich aus. Die Website enthält auch Fragmente historischer Aufnahmen aus dem Krieg und einzigartige TV-Aufzeichnungen, in denen die Helfer über ihre Erinnerungen an die Versteckten berichten.

www.annefrank.org/de/Subsites/Home/

4. Wanderausstellung "Lesen und Schreiben mit Anne Frank"

(Empfehlung: Anne Frank Zentrum Berlin)



Die Wanderausstellung »Lesen und Schreiben mit Anne Frank« des Anne Frank Hauses Amsterdam verbindet frühes historisches Lernen mit der Förderung von Lese- und Schreibkompetenzen bei Kindern der 4. bis 6. Klasse.

Die jugendgerechte Ausstellung thematisiert im Kontext der Lebensgeschichte Anne Franks ihre Begeisterung für Bücher und fürs Schreiben. Sie regt Jugendliche an, selbst künstlerisch-kreativ schreibend aktiv zu werden.

Ergänzend werden ausgewählte Kinderbücher vorgestellt, die sich mit den Themen Nationalsozialismus, Holocaust und Zweiter Weltkrieg beschäftigen. Methoden des historischen Lernens und der kulturellen Bildung kommen auch im pädagogischen Begleitmaterial zum Einsatz.

www.annefrank.de

5. Nicht in die Schultüte gelegt. Schicksale jüdischer Kinder 1933-1942 in Berlin 

(Empfehlung: Anne Frank Zentrum Berlin,
Im Rahmen der Konzeptwerkstatt empfohlen aber nicht eingesetzt worden)

Nicht in die Schultüte gelegt. Schicksale jüdischer Kinder 1933-1942 in Berlin

Das Anne Frank Zentrum beschäftigte sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Frage, wie die Themen Nationalsozialismus und Judenverfolgung mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule bearbeitet werden können. In der Verbindung aus pädagogischer Praxis und fachdidaktischer Reflektion entstand ein Material zur Arbeit in Lernwerkstätten und außerschulischen Projekten.

Das Lernmaterial bietet einen Einstieg in das Thema Nationalsozialismus für Kinder ab Klasse 4. Es basiert auf Alltagsgeschichten und Fotos von sieben Schülerinnen und Schülern, die von den Nationalsozialisten als Juden verfolgt wurden. Es stellt nicht die Verbrechen der Nationalsozialisten in den Mittelpunkt, sondern das normale Alltagsleben, das nach und nach zerstört wurde. Die Beispiele von Diskriminierung und Verlust aus der Vergangenheit werden mit den entsprechenden Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention zusammengebracht und erhalten so einen Gegenwartsbezug. Eine pädagogische Handreichung ergänzt das Material.

www.annefrank.de